Beschaffung, Versorgung
Für die Trink- und Löschwasserversorgung verfügt die Energie Uster AG heute über 10 Grundwasser- und Zonenpumpwerke mit einem Leistungsvermögen von rund 25'000 Liter pro Minute und sieben Reservoire mit einem Fassungsvermögen von über 16'000 Kubikmetern. Die über das ganze Versorgungsgebiet verteilten Anlagen werden mit einer modernen Fernwirkanlage überwacht und gesteuert. Der Transport und die Verteilung erfolgt über Leitungen mit Durchmessern zwischen 100 und 500 mm. Das eng vermaschte Leitungsnetz ist in verschiede Druckzonen unterteilt. Der Druck variiert je nach Zone und Lage des Anschlusses zwischen 2 und 8 bar.
Versorgungssicherheit
Durch das Recht, über das Transportsystem der Gruppenwasserversorgung Vororte und Glattal täglich bis zu 4'000 Kubikmeter Seewasser von der Stadt Zürich zu beziehen, wäre die Versorgung auch bei ungenügenden oder gestörten Grundwasserverhältnissen gewährleistet. Zudem bestehen Verbindungen zu allen umliegenden Gemeinden, so dass gegenseitige Aushilfe in Notfällen geleistet werden kann.
Qualität
Die Wasserversorgung von Uster stützt sich zu 100 % auf Grundwasser ab. Es wird in der Umgebung von Uster dem Boden entnommen und ohne Aufbereitung mit mechanischen oder chemischen Mitteln als Trinkwasser verteilt. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Es muss die strengen Qualitätsanforderungen der schweizerischen Lebensmittelgesetzgebung, die an Trinkwasser in physikalischer, chemischer und bakteriologischer Hinsicht gestellt werden, jederzeit erfüllen. Die Qualität wird laufend durch das kantonale Laboratorium überprüft. Die in der Gewässerschutzgesetzgebung verlangten Schutzzonen um die Trinkwasserfassungen tragen zur Qualitätserhaltung des Wassers bei.
Typische Werte aus einer Trinkwasserprobe:
Gesamthärte: 36,3 französische Härtegrade
Nitrat NO3: 19,5 mg/l
Sulfat SO4: 12,5 mg/l
Chlorid CL: 24,0 mg/l
ph-Wert: 7,40
Escherichia coli: Höchstzulässige Werte: Nicht nachweisbar
Enterokokken : Höchstzulässige Werte: Nicht nachweisbar
Wasserhärte
Ein Merkmal des Ustermer Trinkwassers ist die Wasserhärte, der Gehalt an Kalzium und Magnesium. Diese beiden Stoffe sind die wichtigsten Elemente der Wasserhärte. Diese natürliche Wasserhärte ist an die geologischen Gegebenheiten im Untergrund gebunden. Mit einer Gesamthärte von gegen 30 französischen Härtegraden ist das Trinkwasser in Uster als hart zu bezeichnen. Kalkrückstände an Armaturen und Geräten lassen sich deshalb kaum verhindern. Da die Härte zudem die Wirkung der Waschsubstanzen beeinträchtigt, lässt sich leider bei der Dosierung der Waschmittel nicht sparen.
Die Installation von Enthärtungsanlagen hat grundsätzlich nach den Leitsätzen des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW) für die Erstellung von Hausinstallationen zu erfolgen. Die Organe der amtlichen Lebensmittelkontrolle sind befugt, solche Einrichtungen zu kontrollieren.
Nitratgehalt
Die Problematik des Nitrats im Grundwasser, welches der Trinkwassergewinnung dient, wurde erst in den 70er Jahren erkannt und die Ursachen erforscht. Unter anderem erkannte man den Zusammenhang zwischen Nitratbelastung des Grundwassers und der Bodenbewirtschaftung namentlich in Ackerbaugebieten. Die im Kanton Zürich eingeleiteten Massnahmen in Kooperation mit der Landwirtschaft führten bereits zu einer Stabilisierung, die Tendenz zu einem Rückgang ist erkennbar. In der Schweiz gilt ein Toleranzwert für Trinkwasser von 40 mg/l, in der EU ein solcher von 50 mg/l und gemeinsam ein langfristig anzustrebendes Qualitätsziel von 25 mg/l. Die Wasserfassungen der Energie Uster AG weisen unterschiedliche Werte auf. Sie variieren je nach Jahreszeit und Witterung und bewegen sich grossmehrheitlich im Bereich von 10 bis 30 mg/l: Vereinzelt mussten Werte um die 40 mg/l gemessen werden.
"Rostwasser" in der Badewanne
Gelegentlich können bei wenig benutzten Zapfstellen "Sandrückstände" oder "Rostwasser" beobachtet werden. Es handelt sich aber nicht um Sandrückstände, sondern meistens um sogenanntes Zinkgeriesel, im wesentlichen ein Zinkkorrosionsprodukt, das sich mit den Fingern zerreiben lässt. Daneben sind Eisen, Kalk und organische Verbindungen feststellbar. Das Zink stammt aus den Hausinstallationen und deutet auf Korrosionen im Hausnetz hin. In geringer Menge sind solche Ablagerungen als normal einzustufen und gesundheitlich bedenkenlos. Ein kurzes, kräftiges Spülen genügt meist, und das Wasser fliesst wieder klar.
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